Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Die häufigsten Fragen, die am Automaten und an der Kasse immer wieder aufkommen, knapp und ehrlich beantwortet.

Hier findest du häufige Fragen rund ums Pfand, kurz und ehrlich beantwortet. Wer es ausführlicher mag, findet in den Antworten Links zu den passenden Artikeln.

Wie viel Pfand bekomme ich auf eine Dose?

Auf Einweg-Dosen und Einweg-PET-Flaschen sind es einheitlich 25 Cent. Mehrweg-Glasflaschen bringen meist 8 Cent, Mehrweg-PET oft 15 oder 25 Cent.

Was ist Pfandschlupf einfach erklärt?

Pfandschlupf ist das Pfand, das du eingezahlt, aber nie zurückgeholt hast, zum Beispiel weil die Dose im Müll gelandet ist. Das Geld bleibt im System und wird auf über 3,5 Milliarden Euro seit 2003 geschätzt.

Wer bekommt das Geld, wenn ich eine Flasche nicht zurückgebe?

Beim Einwegpfand bleibt der Betrag beim Abfüller, also beim Getränkehersteller, der die Verpackung in Umlauf gebracht hat. Nicht beim Supermarkt an der Kasse, wie oft angenommen wird.

Kann ich Dosen aus dem Ausland hier zurückgeben?

Nein. Ohne deutsches Pfandzeichen erkennt der Automat die Verpackung nicht als pfandpflichtig an. Für solche Ware wurde hier nie Pfand gezahlt, also gibt es auch keins zurück.

Warum nimmt der Automat meine Flasche nicht an?

Meist ist das Pfandzeichen oder der Strichcode beschädigt, die Flasche stark verformt oder es handelt sich um Auslandsware ohne deutsches Zeichen. Flaschen am besten nicht zerdrücken und die Banderole nicht zerkratzen.

Ist Pfandsammeln erlaubt?

Das Sammeln selbst ist nicht verboten. Rechtlich gilt es allerdings als gewerbliche Tätigkeit. Steuern werden aber erst oberhalb des Grundfreibetrags von rund 12.000 Euro im Jahr fällig, den die allermeisten Sammler nie erreichen.

Ist Pfandbetrug strafbar?

Ja. Wer sich Pfand erschleicht, etwa durch Mehrfachscans oder gefälschte Zeichen, begeht Betrug nach Paragraf 263 Strafgesetzbuch. Im größten bekannten Fall ging es um rund 1,2 Millionen Euro Schaden.

Warum funktionieren Tricks bei manchen Automaten und bei anderen nicht?

Weil nicht alle Automaten gleich gründlich prüfen. Gute Geräte erkennen die Sicherheitsfarbe auf dem Pfandzeichen, einfachere lesen nur den Strichcode. Letztere lassen sich leichter täuschen.

Ist Mehrweg immer besser als Einweg?

Nicht automatisch. Die Ökobilanz hängt von Transportwegen, Material und Auslastung ab. Mehrweg ist oft im Vorteil, aber nicht in jedem Fall. Pauschale Aussagen führen hier in die Irre.

Stimmen die genannten Zahlen zum Pfandschlupf genau?

Es sind Schätzungen, keine gemessenen Werte. Eine offizielle Statistik gibt es nicht, das Bundesumweltministerium führt dazu keine eigenen Zahlen. Wir nennen deshalb immer die Quelle, meist den NABU oder das Umweltbundesamt.

Seit wann gibt es das Pfand auf Milch?

Seit dem 1. Januar 2024. Milch, Milchmischgetränke und trinkbare Milcherzeugnisse wie Kefir oder Trinkjoghurt in Einweg-Kunststoffflaschen sind seither pfandpflichtig, wenn der Milchanteil über 50 Prozent liegt. Milch im Getränkekarton bleibt pfandfrei.

Warum ist Milch im Karton pfandfrei, in der Plastikflasche aber nicht?

Weil Getränkekartons in Block-, Giebel- oder Zylinderform sowie Schlauch- und Standbodenbeutel ausdrücklich von der Pfandpflicht ausgenommen sind. Umweltverbände kritisieren diese Ausnahme, weil sie eine große Lücke offenlässt.

Muss jeder Laden mein Leergut zurüknehmen?

Nicht ganz. Geschäfte unter 200 Quadratmetern Verkaufsfläche, also viele Kioske und Tankstellen, müssen nur die Marken und Verpackungsarten zurüknehmen, die sie selbst verkaufen. Größere Märkte nehmen in der Regel alles.

Wie viel verdient man mit Pfandsammeln?

Befragungen zeigen, dass die meisten Sammler im Monat zwischen 50 und 99 Euro einnehmen, im Sommer mehr, im Winter weniger. Nur wenige kommen über den steuerlichen Grundfreibetrag von rund 12.000 Euro im Jahr.

Was passiert mit der Flasche nach der Rückgabe?

Einwegverpackungen werden im Automaten zerkleinert und stofflich recycelt, aus PET wird neues Granulat, aus Dosen neues Aluminium. Mehrwegflaschen werden gereinigt, geprüft und neu befüllt.