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Pfand-Glossar

Die wichtigsten Begriffe rund ums Pfand, kurz und einfach erklärt, ganz ohne Fachchinesisch.

Gestapelte Mehrwegkästen mit leeren Glasflaschen im Lager eines Supermarkts

Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe rund ums Pfandsystem einfach und ohne Fachchinesisch, von A wie Abfüller bis Z wie Zerkleinerung.

Abfüller
Der Getränkehersteller, der ein Getränk in eine bepfandete Verpackung füllt und in den Markt bringt. Beim Einweg bleibt das nicht eingelöste Pfand bei ihm, nicht beim Handel.
Banderole
Das umlaufende Etikett einer PET-Einwegflasche, auf dem unter anderem das Pfandzeichen sitzt. Ist die Banderole beschädigt oder zerkratzt, verweigert der Automat oft die Annahme.
Clearing
Die zentrale Verrechnung der Pfandströme zwischen Herstellern, Handel und Logistik. Clearingstellen gleichen ab, wer wem wie viel Pfand schuldet, und erkennen auffällige Muster, die auf Betrug hindeuten.
Dosenpfand
Umgangssprachlich für das Einwegpfand, weil die Getränkedose das bekannteste Beispiel ist. Seit 2022 sind alle Getränkedosen pfandpflichtig, unabhängig vom Inhalt.
DPG
Die Deutsche Pfandsystem GmbH. Sie organisiert das Einwegpfand, legt die Kennzeichnung und die Regeln fest und ist die zentrale Stelle hinter dem System. Sie betreibt aber selbst keine Automaten.
DPG-Zeichen
Das offizielle Pfandlogo auf Einwegverpackungen. Pflicht für alle bepfandeten Einweggetränke und gleichzeitig Sicherheitsmerkmal, weil es mit spezieller Farbe gedruckt wird.
Dunkelziffer
Die Zahl der Fälle, die nie entdeckt oder gemeldet werden. Beim Pfandbetrug ist sie unbekannt, weil es keine vollständige Statistik gibt und vieles intern reguliert wird.
Einwegpfand
Pfand auf Verpackungen, die nach der Rückgabe zerkleinert und recycelt werden. In Deutschland einheitlich 25 Cent. Eingeführt 2003, seither mehrfach ausgeweitet.
EAN-Code
Die Europäische Artikelnummer, also der Strichcode auf der Verpackung. Für das Pfand wird eine exklusiv für den deutschen Markt vergebene Nummer genutzt, die der Automat prüft.
Grundfreibetrag
Der jährliche Einkommensbetrag, bis zu dem keine Einkommensteuer fällig wird. 2025 rund 12.000 Euro. Relevant für die Frage, ob Einkünfte aus dem Pfandsammeln besteuert werden.
Inverkehrbringer
Wer ein bepfandetes Getränk erstmals auf den deutschen Markt bringt, also Hersteller oder Importeur. Er meldet die Verpackung an und ist für die korrekte Kennzeichnung verantwortlich.
Infrarotfarbe
Die Drucktechnik hinter dem Sicherheitsmerkmal des Pfandzeichens. Ein für das Auge unsichtbares Merkmal, das der Automat zweifelsfrei prüfen kann. Löste 2005 die zunächst geplante UV-Lösung ab, die sich zu leicht überlisten ließ.
Leergut
Sammelbegriff für zurückzugebende Flaschen, Dosen und Kästen. Im Branchenjargon auch Pfandobjekte genannt. Pro Monat sind in Deutschland rund 1,5 Milliarden solcher Objekte im Umlauf.
Mehrwegpfand
Pfand auf Flaschen und Kästen, die gereinigt und neu befüllt werden. Meist 8 bis 25 Cent pro Flasche, rund 1,50 Euro pro Kasten.
Mehrwegquote
Der Anteil der Getränke, die in Mehrwegverpackungen verkauft werden. Gesetzlich angepeilt sind 70 Prozent, real liegt die Quote nur bei rund 43 Prozent.
Pfandautomat
Auch Rückgabe- oder Leergutautomat. Prüft die Verpackung anhand von Code, Form, Gewicht und je nach Gerät auch der Sicherheitsfarbe und zahlt das Pfand aus.
Pfandbetrug
Das vorsätzliche Erschleichen von Pfand, etwa durch Mehrfachscans oder gefälschte Zeichen. Strafbar als Betrug nach Paragraf 263 Strafgesetzbuch.
Pfandring
Eine Halterung an öffentlichen Mülleimern, an die man leere Flaschen und Dosen stellen kann. Sie hilft Sammlern und hält Wertstoffe im Kreislauf.
Pfandschlupf
Das Pfand, das eingezahlt, aber nie zurückgeholt wird. Verbleibt im System und wird auf Schätzungen von über 3,5 Milliarden Euro seit 2003 beziffert.
Poolbetreiber
Ein Unternehmen, das einen gemeinsamen Bestand an Mehrwegflaschen oder Kästen verwaltet, den mehrere Abfüller nutzen. Typisch etwa bei genormten Bierflaschen.
Rücklaufquote
Der Anteil der Verpackungen, der tatsächlich zurückgegeben wird. Beim Einweg laut Umweltbundesamt rund 96 Prozent. Je höher die Quote, desto kleiner der Pfandschlupf.
Sicherheitsfarbe
Spezielle Druckfarbe auf dem Pfandzeichen, die der Automat erkennt. Verhindert, dass pfandfreie Auslandsware oder Fälschungen Pfand auslösen.
Verpackungsgesetz
Das Gesetz, das die Pfandpflicht regelt, kurz VerpackG. Es wurde mehrfach novelliert und hat die Pfandpflicht schrittweise auf immer mehr Verpackungen ausgeweitet.
Zerkleinerung
Das sofortige Zerdrücken oder Schreddern von Einwegverpackungen direkt nach der Annahme im Automaten. Verhindert, dass dieselbe Verpackung ein zweites Mal abgerechnet wird.